Ausbildung bei den Städtischen Pflegeheimen

Interview mit Ivona Zulj, die die neue generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau absolviert hat.

Ivona Zulj hat eine Ausbildung bei den Städtischen Pflegeheimen absolviert

Mit Leib und Seele Pflegefachfrau: Ivona Zulj

Ivona Zulj hat im September die neue generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau bei den Städtischen Pflegeheimen Esslingen abgeschlossen. Für ihre Leistung wurde die 29-jährige sogar mit dem Lore-Eberspächer-Preis ausgezeichnet. Im Gespräch verrät sie mehr über den neuen Ausbildungsberuf und erklärt, was man mitbringen sollte, wenn man in der Pflege arbeiten möchte.

Frau Zulj, was hat Sie dazu gebracht, eine Ausbildung in der Pflege zu machen?

Ich stamme aus Kroatien und hatte dort bereits eine Ausbildung zur Physiotherapeutin gemacht. Leider wurde mein Abschluss hier in Deutschland nicht anerkannt und ich habe mich informiert, welche verwandten Berufe es gibt. So bin ich auf die generalistische Pflegeausbildung gestoßen und habe mich bei den Städtischen Pflegeheimen um einen Ausbildungsplatz beworben.

Wie läuft die Ausbildung ab?

Sie dauert drei Jahre, während denen wir Auszubildenden abwechselnd in der Berufsfachschule und im Außeneinsatz sind. Dabei lernen wir fünf Themen kennen: Pflegeheim, Klinik, ambulante Dienste, Psychiatrie und Pädiatrie.

In der Schule erfahren wir, wie ein Pflegeprozess abläuft und wie man mit den Patientinnen und Patienten richtig kommuniziert. Je nach Krankheitsbild gibt es dabei ganz unterschiedliche Anforderungen. Außerdem lernen wir verschiedene Krankheiten kennen und wie man Patientinnen und Patienten berät. Bei den Einsätzen vor Ort werden wir angeleitet und können nach und nach auch selbstständig Aufgaben übernehmen.

Was hat Ihnen geholfen, die Ausbildung so gut abzuschließen?

Der Beruf und die Arbeit mit Menschen machen mir einfach großen Spaß. Außerdem bin ich ein sehr offener Mensch, der seine Stärken und Schwächen gut einschätzen kann. Darum habe ich mich immer gleich gemeldet, wenn ich Unterstützung brauchte.

Gab es ein persönliches Highlight während der Ausbildung, an das Sie noch lange denken werden?

Von meiner Praxisanleiterin im Pflegeheim Hohenkreuz habe ich sehr gutes Feedback bekommen. Sie hat mich und meine Einstellung zum Beruf oft gelobt. Das hat mich sehr motiviert und gefreut. Ich habe mich generell sehr unterstützt gefühlt, sowohl von meiner Pflegedienstleistung also auch den Ausbildungsverantwortlichen.

Überhaupt finde ich, dass wir viel Schönes in der Pflege machen. Es ist so viel mehr, als Patientinnen und Patienten zu waschen. Ich habe beispielsweise Schulungen zu Expertenstandards für hauswirtschaftliche Präsenzkräfte und zusätzliche Betreuungskräfte gehalten. Dabei lernen sie zum Beispiel, wie sie demenziell erkrankte Menschen am besten unterstützen können.

Wenn Sie an der Ausbildung etwas verbessern könnten, was wäre das?

In die generalistische Pflegeausbildung sind sehr viele Themen gepackt. Ich würde empfehlen, die Pädiatrie herauszunehmen. Die Pflege von Kindern setzt sehr spezielles Fachwissen voraus, das man in der Kürze der Zeit nicht erwerben kann. Ich fände es sinnvoller, sich auf Erwachsene und ältere Menschen zu konzentrieren.

Was sollte man Ihrer Meinung nach mitbringen, wenn man in der Pflege arbeiten möchte?

Wir arbeiten hier mit Menschen, nicht mit Maschinen. Deshalb ist es wichtig, dass man Empathie mitbringt und sich für den Beruf und die Menschen interessiert. Ganz wichtig ist auch, dass man Spaß an der Arbeit hat. Auch wenn man mal schlechte Laune hat, darf man das nicht an den Menschen auslassen, um die man sich kümmert.

Wie geht es jetzt für Sie weiter?

Erst einmal freue ich mich sehr, dass mich das Pflegeheim Hohenkreuz nach meinem Examen übernommen hat. Dort möchte ich jetzt erstmal als Fachkraft Erfahrung sammeln. Künftig will ich mich auf jeden Fall zur Pflegedienstleitung weiterentwickeln.

Hintergrund:

Anfang 2020 trat ein neues Pflegeberufegesetz in Kraft. Bisher getrennte Pflegeausbildungen wurden zusammengelegt, damit Fachkräfte in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden können. Dies wird aufgrund der demografischen Entwicklung und des medizinischen Fortschritts notwendig. Die neue generalistische  Pflegeausbildung wird in allen EU-Mitgliedsstaaten anerkannt.

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